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Unser Bauerngarten

Eigentlich wollten wir nur ein paar Blumen zum Selberpflücken anbieten. Das war vor drei Jahren. Nur Blumen?

Es wäre doch auch Platz für ein bißchen Gemüse. Wirklich nur etwas. Nicht so viel. Also starteten wir auf 1200qm Ackerland neben unserem Hof. Typische Bauerngartenblumen neben Zwiebeln, Salat und Zuckermais. Dazu ein paar Kürbisse. Und sehr viel Sonne inklusive der dazugehörigen Hitze. Aber es funktionierte. Von Anfang an verzichteten wir in unserem Garten auf Pflanzenschutzmittel oder Mineraldünger. Das Resümee aus dem ersten Jahr: Wir hätten gerne mehr Regen und die Fläche muss größer werden.

2019 wuchs die Fläche auf 2000qm. Neben vielen Blumen nahm vor allem das Gemüse einen großen Raum ein. Dazu gab es Kartoffeln zum Selbergraben und mehr Kürbis (der hinterher immer noch zu knapp kalkuliert war). Bis in den späten Herbst konnte geerntet werden. Und es war wieder seeehr trocken. Ach ja, unser selbstgebautes Gewächshaus war ein guter Start in die Tomatenkultur. Im Vorjahr scheiterten wir kläglich mit unseren Folientunneln, aber Ritas Hütte funktionierte sehr gut. Mal sehen, was wir uns in den kommenden Jahren zum Thema "Unter Folie" noch einfallen lassen.

Bis in den Spätherbst konnte geerntet werden. Und immer wurden wir gefragt: "Gibt es im kommenden Jahr wieder euren Garten? Das war so schön!"

Ach ja, der Wunsch nach mehr Regen wurde nicht erhört.

Wir sind im Jahr 2020 angekommen. Unser Bauerngarten wächst und wächst...mittlerweile bewirtschaften bzw. planen wir eine Gesamtfläche von 4500qm. Neben Gemüse, Kartoffeln, Kräutern und Kürbis soll es auch in diesem Jahr wunderschön blühen bei uns. Die ersten Flausen wurden schon im Herbst 2019 umgesetzt: Beete mit historischen Rosen, die sich hervorragend zum Likör und Gelee machen anbieten, wurden angelegt,  Lavendelbeete sind geplant und die Beeren sind eingezogen: Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Jostabeeren, Stachelbeeren und schwarze Johannisbeeren. Dazu gesellt sich Rhabarber.

Die typischen Bauerngartenstauden dürfen natürlich nicht fehlen: Pfingstrosen blühen bald neben Bartiris, Magariten, Lupinen und Frauenmantel.

Insgesamt werden in diesem Jahr über 100 verschiedene Kulturen bei uns ihren Platz finden. Standardgemüsesorten wie Zwiebeln und Salate in den unterschiedlichsten Sorten wird es genauso geben wie die beliebten Specials: Staudensellerie, Chilis, Auberginen, Wachsbohnen, Puffbohnen, Gurken zum Schmoren und noch viele mehr.

 

Natürlich können wir eine Fläche diesen Ausmaßes nicht allein von Hand bewirtschaften. In einigen Wochen wird ein Großteil des Feldes mit dem Trecker umgepflügt und gefräst. Auch die Kartoffeln setzen wir nicht von Hand. Allerdings hat der Pflänzer auch schon einige Jahrzehnte hinter sich. Dann kommt wieder die Handarbeit zum Einsatz. Beete anlegen, Graswege säen und einharken, pflanzen, jäten, mulchen, Kartoffelkäfer absuchen, all das wird von Hand erledigt. Jetzt, zum Jahresbeginn, stehen die ersten Aussaatkästen in unserem Wohnhaus an warmen Plätzen. Im März starten wir wieder in unserem kleinen Gartengewächshaus durch: Unzählige Pflänzchen kultivieren wir selber vor. Neben ungebeiztem, gentechnikfreiem Saatgut setzen wir zusätzlich auf kleinere Saatgutvermehrer, um euch eine besondere Auswahl an Blumen und vor allem Gemüse anbieten zu können. Die entsprechenden Sämereien haben wir schon im Herbst bestellt. Eigentlich gibt es in einem großen Garten keine wirkliche Winterpause. Frühbeetkästen werden gebaut (dazu kommt später nochmal ein Blog) und Pläne werden erstellt. Ideen kommen auf und werden erstmal wieder verworfen, um sie dann doch noch umzusetzen.

Über 200 Beete mit den einzelnen Kulturen müssen im Frühling angelegt werden. Dazu kommen noch die Flächen für Kartoffeln und Kürbis. Bei Kürbis denke ich an die Düngung. Der Stallmist von unseren Fleckis und für die Starkzehrer zusätzlich Hornspäne dienen bei uns als Dünger.

 

Eine Frage begleitet uns von Anfang an: Wie wollt ihr das alles schaffen? Einfach anfangen und machen! Manchmal ist es besser, nicht so lange zu überlegen. Und Gartenarbeit ist sehr gut für das eigene Seelenleben. Wenn wir abends nochmal über den Acker laufen (bei uns heißt der Bauerngarten meistens Acker ;-)) und die Insekten rumschwirren, ist das total entspannend! Wenn ihr auch gerne mal entspannen wollt: Für dieses Jahr sind mehrere Bänke und Sitzgelegenheiten in unserem Bauerngarten geplant. Also einfach mal ne Pause einlegen und genießen!

 

Und das allerwichtigste neben dem Wetter seid ihr, unsere Kunden und Gäste! Mit eurer Ehrlichkeit bezüglich der Kasse und eurer Freude, die wir so oft in den vergangenen Jahren erfahren durften, seid ihr der Ausschlag für ein Fortbestehen unseres öffentlichen Bauerngartens!

 

Zum Schluss gibt`s noch ein paar Impressionen aus den vergangenen Jahren. Viel Spaß! Und falls ihr unseren Bauerngarten noch nicht kennt: Ihr findet uns ganz einfach. Unser Hof liegt im kleinen Ortsteil Haaren zwischen Belm und Ostercappeln, unweit der B51. Kommt einfach mal vorbei, im März blühen wieder die großen Tulpen und dann starten wir langsam in die neue Saison 2020. Wir sehen uns!

 

 

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